Ein Chaos namens Gismo


Geschichte: Der Border Collie - Die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn

Der Name Border Collie setzt sich aus den beiden Wörtern Border = Grenze (Zwischen England und Schottland) und Collie = Nützlich zusammen.
Der Border Collie ist ein Hütehund. Man weiß nicht genau seit wann es Border Collies wirklich gibt. Die erste Beschreibung über die Arbeitsweise des heutigen Border Collies stammt aus dem Jahre 1570. Die ersten Berichte über Hunde, die an Schafherden arbeiten, stammten schon aus der Zeit vor Christi Geburt.
Als Stammvater der heutigen Border Collies gilt Old Hemp, der durch seine außergewöhnlichen Gütefähigkeiten bestach und einer der gefragtesten Zuchtrüden wurde.
Der Border Collie hatte lange Zeit keinen Rassenstandard, da ausschließlich auf Leistung gezüchtet wurde.
Der FCI hat einen Rassenstandard für den Border Collie erst im Jahre 1976 festgelegt. Dieser Rassenstandard ist im Vergleich zu anderen Rassenstandards sehr "locker". Es sind alle Farben erlaubt, jedoch sollte Weiß nicht überwiegen, da diese Hunde oft einen Gendefekt haben und zur Taubheit neigen. Die Ohren können stehen oder gekippt sein. Das Fell kann stockhaarig und langhaarig sein. Die Idealgröße für Rüden beträgt 53 cm, Hündinnen sind kleiner.

Wesen :

Eifrig, wachsam, aufmerksam und intelligent. Niemals sollte er nervös und angriffslustig sein. Grundsätzlich kann man heut zu Tage zwischen zwei Linien innerhalb der Rasse unterscheiden:

Die Hüteleistungszucht (oder auch Arbeitslinie): Diese Hunde werden wie früher nach Leistung gezüchtet. Diese Hunde gehören absolut nicht in Familien. Diese Hunde wollen am Vieh arbeiten und müssen es auch. Die Hunde müssen ihr Können am Vieh beweisen, um ein guter Hund für die Zucht zu sein.
Die Showbusiness: Hier wurden Border Collies verpaart, die wenig Interesse am Vieh haben. Sie haben einen nicht so stark ausgebildeten Hüteinstinkt jedoch sind auch sie in der Lage am Vieh zu arbeiten.

Wenn man sich einen Border Collie ins Haus holt, ohne den Willen später mit dem Hund zu hüten, dann sollte man sich im Klaren sein, dass man dem Hund andere Möglichkeiten bieten muss, damit er ausgelastet ist.

Zunächst sei gesagt, dass ein Border Collie Welpe ein ganz normaler Welpe ist, der langsam groß wird und auch dementsprechend nicht überfordert werden sollte! Wenn man mit einem Welpen Gewaltmärsche macht und ihn täglich bis zu völligen Erschöpfung mit dem Beibringen von Tricks oder Befehlen beschäftigt, wird man sich innerhalb eines Jahres mit einem Hund konfrontiert sehen, der 4 Stunden spazieren gehen will und am besten den ganzen Tag bespaßt werden möchte. Es gilt beim Spaziergang die Faustregel: 5 Minuten pro Lebensmonat. Das wäre bei einem 2 Monate alten Welpen 10 Minuten laufen. Der Hund sollte lernen auf seinem Platz liegen zu bleiben und nicht permanent seinen Besitzer auf Schritt und Tritt verfolgen.

In der Erziehung sollte man sehr konsequent sein. Am besten stellt man sich die Frage "Finde ich es immer noch niedlich, dass der Hund mich stürmisch begrüßt, wenn er ausgewachsen ist?" oder "Will ich dass mein Hund im Alter von 4 Jahren immer noch mit mir auf dem Sofa liegt?" Man sollte von Anfang an wissen, was der Hund darf und was er nicht darf und die Erziehung entsprechend ausrichten.

Ein Border Collie ist an sich sehr leicht zu erziehen, wenn man es denn richtig macht. Nie sollte man den Hund schlagen oder auf andere Art und Weise physisch (Alpharolle und Nackengriff) bestrafen. Das versteht der Hund nicht und er wird das Vertrauen in seinen Besitzer verlieren. Mit positiver Verstärkung kommt man bei einem Border Collie sehr weit! In diesem Zusammenhang ist auch der Clicker ein sehr gutes Erziehungsmittel, denn er teilt dem Hund unmittelbar mit, wenn er etwas richtig gemacht hat. Tut der Hund etwas Verbotenes, reicht oft ein scharfes "Nein"", sollte das mal nicht fruchten kann man unerwünschtes Verhalten mit einer Rütteldose unterbinden.

Erbkrankheiten:

HD (Hüftgelenksdysplasie), CEA (Collie Eye Anomalie), PRA (Progressive Retinal Atrophy), MDR-1 Defekt, Katarakt (grauer Star), CL (Ceroid Lipofuscinosis), TNS (Trapped Neutrophil Syndrome), Epilepsie

Ein Border will beschäftigt sein!

Doch was ist die richtige Beschäftigung für einen Border Collie? Nun, am ehesten wäre das natürlich die Hütearbeit. Der Border Collie wird natürlich nicht vor eine Herde Schafe gestellt und es wird gesagt "nun mach mal". Im Gegenteil... Damit die Hütearbeit für Hund und Schafe nicht in Stress ausartet, muss der Hund an Schafen trainiert werden, die Border Collies gewöhnt sind und zwar unter der Aufsicht eines Erfahrenen und kompetenten Ausbilders!

Man muss aber nicht zwangsläufig mit einem Border Collie hüten um ihn auszulasten. Man kann auch eine Hundesportart mit dem Hund ausüben. Beim Agility, beim Dogdance und auch bei Obidience ist der Border Collie (z. B.) ein beliebter Hund, da er schnell, wendig und intelligent ist.

Neben der Hütearbeit oder den Hundesportarten, die man meistens nur 1-2x die Woche ausführt, muss der Border Collie natürlich auch zu Hause seine Auslastung finden. Damit ist aber nicht nur die Bewegung gemeint, sondern auch und vor allem die geistige Auslastung. Das Einüben von Tricks oder Denkspielen ist z.B. eine gute Möglichkeit den Hund sinnvoll zu beschäftigen. Ball werfen gehört zu den Beschäftigungen, die ein absolutes No-Go bei den Border Collies sind.

Ballspielen? Nein Danke!

Das Werfen von einem Ball, einem Stock o.ä weckt in einem Border Collie den Hüteinstinkt. Beobachten Sie einen Border Collie, wenn sein Herrchen einen Ball oder einen Stock in der Hand hält. Der Körper ist steif und die Augen fixieren den Ball. Dieses Verhalten ist sozusagen eine "Szene" aus dem Hüteverhalten. Der Hund dreht dabei total auf und wird nicht müde den Ball zu bringen. Der Besitzer freut sich, denn er denkt, dass er seinen Hund gut beschäftigt. Dabei ist es viel mehr so, dass man den Hund zum Junkie macht. Der Hund steht unter enormem Stress, wenn er wie wild zum 10ten Mal in Folge dem Ball hinterher wetzt.

Das hat insofern Folgen auf den Hund als, dass der Hund permanent etwas zum werfen anschleppt und einem vor die Füße schmeißt, in der Hoffnung dass es geworfen wird. Der Hund kann nicht spazieren gehen, ohne unruhig nach etwas werfbarem zu suchen und auch innerartliche Beziehungen leiden sehr, da der Hund nur noch den Ball im Kopf hat und keine Zeit hat sich mit anderen Hunden zu beschäftigen.

Im schlimmsten Falle entwickelt der Hund extreme Verhaltensauffälligkeiten oder er fängt an alles und jeden zu Hüten. Hüteobjekte können Schatten, sich bewegende Blätter, der eigene Kot und natürlich Autos sein.

Langeweile muss nicht sein!

Langweilt sich ein Border Collie, sucht er sich seine Beschäftigung selber, was nicht immer glimpflich verläuft. Einige fangen an Autos zu hüten, oder fangen mit Selbstverstümmelung an. Deswegen ist es wichtig, dass er gut ausgelastet ist, damit er es nicht nötig hat sich Ersatzbeschäftigungen zu suchen.

Man kann den Hund super im Haushalt einbinden und ihm beibringen Wäsche zur Waschmaschine zu bringen oder einem die Socken auszuziehen. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Auch das erlernen von Kunststücken oder Tanzeinlagen zu Hause im Garten macht dem Hund Spaß!

Ein Wort zum Schluß

Ein Border Collie mag vielleicht ein Hund sein, der schnell und viel lernt, jedoch sollte man immer drauf achten, dass es nicht in Drill ausartet. So sollte man sich z.B. überlegen, ob die angestrebte Karriere im Agility oder Diskdogging dem Hund auch wirklich Spaß macht, oder ob der Hund dabei viel zu viel Stress hat. Auch sollte man nicht übereifrig werden mit dem beibringen von Tricks. Das heißt, auch wenn der Hund den Trick in einer Trainingseinheit augenscheinlich verstanden hat, dann sollte man ihn nicht tadeln, wenn er ihn bei der nächsten Trainingseinheit nicht ausführt. Möglicherweise hat er den Trick nicht so ganz verinnerlicht wie Sie vielleicht glauben ;)

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